Bauen & Sanieren

Die Einsparung von Energie ist ein anspruchsvolles Ziel der Klima- und Energiepolitik in Deutschland. Dabei liegt das höchste Einsparpotenzial im Gebäudesektor, denn dort werden etwa 40 Prozent der Gesamtenergie Deutschlands verbraucht. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel eines weitestgehend klimaneutralen Gebäudebestandes bis zum Jahr 2015. Hierfür ist jedoch eine Steigerung der Energieeffizienz und eine erhöhte Sanierungsrate unumgänglich.

Energieeffizientes Bauen und Sanieren

Die Energiewende soll bei Neubauten und Gebäudesanierungen vor allem den Ausbau erneuerbarer Energien, Energieeinsparung und Energieeffizienz fördern. Diskussionen beschränken sich hier häufig nur auf den Strombereich, der in den letzten Jahren von Grund auf reformiert wurde. Dazu zählen erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik-Zellen oder Windkraftanlagen, die unter anderem für einen reduzierten CO²-Ausstoß sorgen. Langfristige Speicherkapazitäten sind gefragt, deren Verfügbarkeit heute jedoch noch nicht ausreichend gegeben ist. Kritisiert werden häufig die steigenden Strompreise oder der Eingriff in das Landschaftsbild aufgrund des Baus von Windkraftanlagen.

Der Strom macht in Deutschland nur etwa 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs aus. Auch andere Bereiche sind daher von der Energiewende betroffen. Dabei ist das energetische Bauen und Sanieren von großer Bedeutung, da dadurch ein hohes Energieeinsparpotenzial gegeben ist. Auch der Erzeugung von Raumwärme fällt in der Bundesrepublik ein Anteil von über 25 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs zu.

Förderung durch die KfW

Um die Einsparziele zu erreichen bietet die Politik finanzielle Anreize beim Neubau oder für Sanierungsmaßnahmen an. Förderungen und steuerliche Vorteile unterstützt die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Dazu gehören neben der Sanierung von Wohngebäuden auch einzelne Maßnahmen wie Fenstererneuerung, Wärmedämmung und die Optimierung der Heizungsanlage. Neben der staatlichen Förderung in Form eines KfW-Kredit, sind Gebäudesanierungen, die der Energieeinsparung dienen auch steuerlich absetzbar. Die Energiekosten werden gesenkt, der Wert der Immobilie gesteigert und ein aktiver Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet.

Energiesparen durch die richtige Bauweise

Auch Niedrigenergiehäuser helfen bei der Energieeinsparung. Als Niedrigenergiehaus werden Neubauten oder auch gut sanierte Altbauten bezeichnet, die einen speziellen Energiestandard erfüllen und die das vorgeschriebene energietechnische Niveau unterschreiten. Voraussetzung für ein Niedrigenergiehaus ist in der Regel eine ideale Wärmedämmung von Dach und Außenwänden. Zusammen mit der optimalen Isolierung von Außentüren und Fenstern wird eine lange Wärmespeicherung im Hausinnern gewährleistet

Ein Niedrigenergiehaus unterliegt nicht etwa einem bestimmten Baustil. Es wurde vielmehr so geplant oder saniert, um einen möglichst geringen Energieverbrauch zu erreichen. Niedrigenergiehäuser müssen die Bestimmungen der aktuellen Energieeinsparverordnung erfüllen. Grundvoraussetzung für die Bezeichnung Niedrigenergiehaus ist die Einhaltung des Primärenergiebedarfs. Dieser berechnet sich aus der aus allen Energiequellen des Hauses zur Verfügung gestellten Energie. Niedrigenergiehäuser haben einen Wert zwischen 40 und 79 kW/h pro Quadratmeter pro Jahr. Darüber hinaus sind die gesetzlich vorgeschriebenen Richtlinien für Niedrigenergiehäuser einzuhalten. Dazu zählen neben der entsprechenden Verglasung der Fenster, die vorgeschriebenen Maße für Isolierung und der maximale Energieverbrauch. Nicht nur Wärmebrücken sollten vermieden werden, sondern auch Keller- und Geschossdecken sind gut zu isolieren. Im Vergleich zu einem konventionellen Haus kann mit einem Niedrigenergiehaus 30 Prozent des Energieaufwandes eingespart werden. Das gilt für Neu- und Altbauten.

Bei einem Neubau ist die Errichtung eines Niedrigenergiehauses ohne Probleme möglich. Bei einem Altbau sind dagegen häufig Umbaumaßnahmen notwendig. Da viele Hausbesitzer gar nicht wissen, wie hoch ihr Energieverbrauch ist, stehen Fachleute mit speziellen Testverfahren zur Verfügung, die die Ergebnisse auswerten und anschließend Vorschläge zum Umbau machen. Das kann der Einbau eines Wärmetauschers bzw. einer Wärmepumpe oder der Einsatz von Solarstrom sein.