Spülmaschine an Warmwasser anschließen

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Ist es sinnvoll, die Spülmaschine an Warmwasser anzuschließen? Und wenn ja, warum? Erfahren Sie es hier!

Gleich vorab schon einmal die Antwort: Ja, es ist durchaus empfehlenswert, den Geschirrspüler an Warmwasser anzuschließen. Denn dadurch lässt sich der Stromverbrauch der Spülmaschine um bis zu 30% senken. Es sind jedoch auch einige Dinge zu beachten.

Spülmaschine mit Warmwasseranschluss spart Aufheizenergie

Das Wasser auf die Temperatur des gewählten Spülprogramms zu bringen, kostet den Geschirrspüler die meiste Energie. Im Normal- und Intensivprogramm müssen Spültemperaturen von 60°C bis zu 75°C erreicht werden. Und je höher die Spülmaschine das Wasser aufheizen muss, desto mehr Strom verbraucht sie. Daher ist es auch ratsam, ein Programm mit geringerer Temperatur zu wählen, z.B. ein Öko- oder Schonprogramm. Eine weitere Möglichkeit zum Strom sparen beim Geschirrspüler ist ihn mit Warmwasser zu betreiben.

Denn beim Kaltwasseranschluss kommt das Wasser mit Temperaturen von nur etwa 5°C bis 15°C aus der Leitung. Um auf Spültemperatur zu kommen, muss die Spülmaschine es also erst einmal stark erhitzen. So können bis zu 75% des Stromverbrauchs des Geschirrspülers allein auf das Erwärmen des Wassers entfallen.

Wird die Spülmaschine an Warmwasser angeschlossen, bekommt sie das Wasser hingegen bereits mit Temperaturen von 30°C bis 60°C. Da sie es somit selbst nur noch wenig bis gar nicht mehr aufheizen muss, spart das sehr viel Energie. Der Stromverbrauch des Geschirrspülers lässt sich damit um bis zu 30% senken.

Reelle Stromersparnis von rund 30%

Eine Untersuchung der Stiftung Warentest (test 09/2010) konnte eine Stromverbrauchssenkung von rund 30% nachweisen. Bei einem Siemens Geschirrspüler an Warmwasser beispielsweise reduzierte sich der Stromverbauch von 0,83 auf 0,57 kWh pro Spülgang*, das entspricht 31%. Für eine Miele Spülmaschine an Warmwasser wurde sogar eine Senkung des Stromverbauchs um 35% festgestellt, von 1,00 auf 0,65 kWh pro Spülgang*. Hochgerechnet auf 250 Spülgänge* ergibt sich daraus eine Stromkostenersparnis zwischen 14 und 19 Euro im Jahr gegenüber dem Betrieb mit Kaltwasser. Zudem zeigte sich, dass der Warmwasseranschluss auch noch Zeit spart, denn wenn das Aufheizen kürzer dauert oder gar ganz entfällt, ist die Spülmaschine etwas schneller fertig.
*Im Energiesparprogramm.

Vorteile eines Geschirrspülers mit Warmwasseranschluss zusammengefasst:

  • Senkung des Energieverbrauchs um bis zu 30%
  • Leichte Verkürzung der Programmdauer

Kann jede Spülmaschine mit Warmwasser betrieben werden?

Die meisten Geschirrspüler lassen sich problemlos und ohne Zusatzkosten an die Warmwasserleitung anschließen. In der Bedienungsanleitung sollten Sie einen Hinweis dazu finden, ob das auch bei Ihrer Spülmaschine möglich ist. Andernfalls können Sie noch einmal direkt beim Hersteller nachfragen. Weiter unten erfahren Sie, wie der Geschirrspüler ganz einfach von Kalt- auf Warmwasser umgestellt wird.

Voraussetzungen, um die Spülmaschine an Warmwasser anzuschließen

Wie o.g. lassen sich die meisten Geschirrspüler an die Warmwasserleitung anschließen. Aber nicht in jedem Fall macht das auch Sinn. Denn es sollten zwei Voraussetzungen erfüllt sein, um von der vielverprechenden Stromersparnis einer Spülmaschine an Warmwasser zu profitieren. Zum einen muss die Zuleitung möglichst kurz sein, zum anderen muss das Wasser besonders effizient erwärmt werden.

Denn ist der Zulauf zu lang, fließen erst einmal einige Liter Kaltwasser in den Geschirrspüler, bevor das Warmwasser angelangt. In der Spülmaschine mischen sich dann kaltes und warmes Wasser. So ist die Wassertemperatur aber nicht mehr ganz so heiß, wie sie eigentlich sein könnte und sollte. Fehlen schließlich noch ein paar Grad Celsius bis zur benötigten Spültemperatur, muss die Maschine doch noch einmal nachheizen. Und das nur lauwarme Wasser weiter zu erwärmen, kostet doch noch etwas Energie. Um dieses Problem zu verhindern und die volle Stromersparnis zu erreichen, sollte die Zuleitung daher nicht länger als fünf Meter sein.

Um überhaupt Strom mit einer Spülmaschine an Warmwasser zu sparen, ist die zweite Voraussetzung unabdingbar. Nämlich dass die Warmwasseraufbereitung so effizient sein muss, dass das Wasser wirklich sparsamer aufgeheizt wird als im Gerät. Und das ist nur dann der Fall, wenn das Wasser über eine regenerative Energiequelle wie z.B. eine solarthermische Anlage, eine Wärmepumpe oder eine andere effizientere Energieform wie z.B. Gas oder Öl erwärmt wird. Mit einer herkömmlichen elektrischen Warmwasseraufbereitung ist das leider nicht möglich. Dann bleibt das Aufheizen im Geschirrspüler die bessere Alternative.

Bedingungen um die Spülmaschine an Warmwasser anzuschließen auf einen Blick:

  • Kurzer Zulauf von max. 5 Metern
  • Effiziente Warmwasseraufbereitung

Wie schließt man die Spülmaschine an Warmwasser an?

Den Geschirrspüler an Warmwasser anzuschließen geht sehr einfach und schnell. Für gewöhnlich bezieht die Spülmaschine ihr Wasser über den gleichen Zulauf wie der Wasserhahn, und aus diesem kommt ja bekanntlich auch warmes Wasser. Der Wasserzulauf in der Küche ist i.d.R. direkt unter dem Spülbecken zu finden. Über ein Eckventil erhält der Wasserhahn Kalt- und Warmwasser, der Schlauch der Spülmaschine hingegen ist hier normalerweise am Kaltwasseranschluss dieses Ventils angebracht. Um die Spülmaschine an Warmwasser anzuschließen, muss der Schlauch lediglich vom Kaltwasser- an den Warmwasseranschluss umgesteckt werden. Das ist meist mit wenigen Handgriffen und ohne zusätzliche Kosten zu erledigen. Nur wenn noch kein Kombieckventil vorhanden ist, müsste dies für etwa 10 bis 20 Euro gekauft werden.

Weitere Bedenken beim Geschirrspüler mit Warmwasser

Selbst bei o.g. effizienter Warmwasserbereitung und kurzer Zuleitung wird sich ein Nachheizen der Spülmaschine nie ganz verhindern lassen. Denn das Geschirr und der Innenraum des Spülers sind zu Beginn natürlich noch nicht auf Temperatur. Kommt also 60°C heißes Wasser in die Maschine, wird ihm von Körben und Beladung erst einmal wieder Wärme entzogen. Nach zwei Minuten Umwälzung ist es dann schon auf bis zu 40°C herunter gekühlt. Im o.g. Energiespar-Test war diese Gegebenheit jedoch nicht anders, weshalb eine Stromverbrauchssenkung um etwa 30% weiterhin realitätsnah bleibt.

Gleich verhält es sich auch mit der Warmwasserzufuhr in einzelnen Programmphasen. Denn die Spülmaschine setzt eigentlich nicht nur warmes, sondern zum Teil auch kaltes Wasser ein. Normalerweise werden nur die Reinigungs- und Klarspülphase mit Warmwasser betrieben. Der Vorspülgang und die Zwischenspülphasen hingegen erfolgen für gewöhnlich mit Kaltwasser. Ist der Geschirrspüler an Warmwasser angeschlossen, kommt aber in allen Phasen warmes Wasser zum Einsatz. Da beim Vor- und Zwischenspülen jedoch nur geringe Wassermengen benötigt werden, bleibt die Energieersparnis größer als der Mehrverbrauch. Es lohnt sich also trotzdem, die Spülmaschine an Warmwasser anzuschließen.

Sehr gute Sauberkeit auch mit Warmwasser?

In puncto Spülergebnis ist es laut Stiftung Warentest ganz gleich, ob der Geschirrspüler über den Warm- oder den Kaltwasseranschluss betrieben wird. Das Geschirr wurde im Test in beiden Fällen sehr gut gereinigt und getrocknet.

Fazit zum Betreiben der Spülmaschine mit Warmwasser

Wenn alle Vorraussetzungen erfüllt sind und die Vorteile überwiegen, ist die Spülmaschine an Warmwasser anzuschließen eine hervorragende Möglichkeit zum Strom sparen.

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